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22.08.2026

Frauen-Power: Unsere Schiedsrichterinnen sind Gold wert

Frauen-Power: Unsere Schiedsrichterinnen sind Gold wert

Seit vielen Jahren dürfen wir auf die beiden engagierten Schiedsrichterinnen Sofie Kern und Natalie Nideröst zählen, die für den UHC Pfanni effektiv Gold wert sind. Es ist ja nie einfach Schiedsrichter/innen zu finden und schon gar nicht bei den Frauen – umso stolzer sind wir auf dieses Duo und hoffen, dass sich viele an den beiden ein Beispiel nehmen und diesen wunderbaren «Job» ausüben, denn wie heisst es so schön: «Ohne Schiedsrichter/innen kein Spiel».

Sofie Kern 

Wann und warum habt ihr euch entschieden, Schiedsrichterinnen zu werden?
Damit wir an der Meisterschaft ein Team stellen können und Nathalie nicht mehr alleine dieses Amt tragen muss. Geteiltes Leid ist schliesslich halbes Leid. πŸ˜‰

Wie beeinflusst das eigene Spielen eure Entscheidungen als Schiedsrichterinnen – und umgekehrt?
Am Anfang habe ich oft nach Bauchgefühl und meinen Erfahrungen als Spielerin gepfiffen. Ich habe mich jeweils gefragt, ob mich die Situation als Spielerin gestört hätte oder nicht und entsprechend entschieden. Mit der Zeit habe ich aber gelernt, dass es klare Regeln gibt, unabhängig davon, ob ich sie persönlich als Spielerin störend finde oder gutheisse.

Wie ergänzt ihr euch als Schiri-Duo?
Super, Nathalie pfeift meistens die Strafen, und ich übernehme immer das Anspiel. πŸ˜‰

Was war bisher euer kuriosester oder lustigster Moment auf dem Feld?
In unserem letzten Spiel bin ich aus dem Nichts gestolpert und hingefallen, das alleine war schon ziemlich peinlich. Fünf Minuten später blieb ich dann auch noch mit dem Fuss an der Bande hängen, worauf diese komplett umfiel und wir das Spiel unterbrechen mussten… da wollte ich am liebsten im Boden versinken. πŸ˜…
Lustigerweise ist Nathalie etwa zehn Minuten später auch über die Bande geflogen. Wir konnten dann nur noch gemeinsam lachen und haben uns sehr geschämt.

Welche Regel würdet ihr am liebsten abschaffen – oder einführen?
Aus Schiedsrichterperspektive fände ich es interessant, wenn man statt Zeitstrafen Tore geben oder abziehen könnte.

 

Nathalie Nideröst

Wann und warum habt ihr euch entschieden, Schiedsrichterinnen zu werden? 
Eigentlich eher aus Teamzwang mit einer etwas freiwilligeren Entscheidung. Unser Damen-Team musste noch eine Schiedsrichterin stellen, weshalb ich mich dann freiwillig gemeldet habe. 
 
Was hat euch am Anfang am meisten überrascht am Pfeifen – positiv oder negativ?
Am Anfang hat mich überrascht, wie stark man ein Spiel als Schiedsrichterin tatsächlich beeinflussen und auch steuern kann. Gleichzeitig merkt man schnell, dass man plötzlich zwar alle Regeln kennt – ausser genau die eine, die gerade von allen diskutiert wird. Und nach einem intensiven Spiel ist man oft nicht einmal körperlich am müdesten, sondern vor allem mental. 
 
Gibt es Situationen, in denen ihr euch als weibliche Schiedsrichterinnen besonders behaupten müsst?
Bei den Junior/innen merken wir manchmal schon, dass es als junge Frau etwas schwieriger sein kann, von Anfang an denselben Respekt zu erhalten wie ein männlicher Schiedsrichter. Da muss man sich teilweise zuerst mit klaren Entscheidungen und einer sicheren Ausstrahlung beweisen. Im Erwachsenensport erleben wir es hingegen meistens sehr positiv, da alle gleichbehandelt werden.
 
Wie beeinflusst das eigene Spielen eure Entscheidungen als Schiedsrichterinnen – und umgekehrt?
Seit ich selbst pfeife, achte ich als Spielerinnen viel mehr darauf, fair zu bleiben und weniger zu reklamieren. Ausserdem merkt man schnell, wie das eigene Verhalten auf Schiedsrichter/innen wirkt, also ob man ruhig diskutiert oder bei jedem Pfiff reklamiert, macht definitiv einen Unterschied.
 
Wie ergänzt ihr euch als Schiri-Duo?
Beide versuchen ihr Bestes. Ich glaube wir hoffen beide, dass wenigstens eine von uns gesehen hat, was passiert ist 😊.
 
Welche Eigenschaften machen in euren Augen eine gute Schiedsrichterin aus? 
Selbstbewusstsein. Vor allem in den Momenten, in denen beide Teams gleichzeitig finden, dass man falsch liegt.
 
Was habt ihr in vier Jahren am meisten gelernt – fachlich und menschlich?
In den letzten vier Jahren haben wir vor allem gelernt, dass Fehler dazugehören und man oft genau daraus am meisten mitnimmt. Gleichzeitig gewinnt man mit der Zeit mehr Selbstvertrauen, lernt Entscheidungen zu treffen und auch dazu zu stehen. Ausserdem merkt man schnell, dass man als Schiedsrichterin nicht nur Regeln umsetzt, sondern mit der eigenen Art auch viel Einfluss auf die Stimmung und Dynamik eines Spiels hat.


Was war bisher euer kuriosester oder lustigster Moment auf dem Feld?
Wenn man als Schiedsrichterin dem Ball ausweichen möchte und über die Bande springen will, dabei aber hängen bleibt, hinfällt und die ganze Bande gleich mitnimmt.

Wer von euch ist strenger?
Schwierig zu sagen, aber ich denke eher ich. 

Welche Regel würdet ihr am liebsten abschaffen – oder einführen?
Einführen würde ich die Regel: Wer reklamiert, muss zuerst die entsprechende Regel erklären können, weil manchmal wird gefühlt bei jedem Pfiff diskutiert.

 

Wir danken euch beiden ganz herzlich für euer jahrelanges Engagement für den UHC Pfanni und auch für den Schweizer Unihockeysport - ohne Menschen wie euch funktioniert Pfanni nicht und ein Spiel kann nicht stattfinden.

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