Im zweiten Spiel der Aufstiegsserie zwischen Hurricanes Glarnerland Weesen und Pfannenstiel Egg war alles dabei: starke Kombinationen, viel Tempo, Emotionen und am Ende jede Menge zittrige Nerven. Pfanni führte zwischenzeitlich komfortabel mit 6:1, brachte den Vorsprung aber nur mit Ach und Krach über die Zeit. Der 6:5-Auswärtssieg sorgt immerhin dafür, dass die Serie wieder ausgeglichen ist. Es steht 1:1.
Die Startphase gehörte zunächst den Glarnern. Immer wieder kamen sie mit Tempo über die Seiten und setzten sich in der Pfanni-Hälfte fest. Nach wenigen Minuten griff dann Cyril Delay im eigenen Slot etwas zu ungestüm ein und hatte dabei noch knapp die Ferse im Schutzraum. Die Schiedsrichter entschieden auf Penalty. Für die Hurricanes trat Marco Schlittler an. Doch der Glarner biss sich die Zähne an unserem Penalty-Killer Marco aus. Mit einem starken Save hielt er das 0:0 fest. Das zusätzliche Penaltytraining hatte sich definitiv gelohnt.
Danach fand Pfanni immer besser in die Partie. Die Gäste kombinierten sich zunehmend sicher durch die neutrale Zone, gewannen mehr Zweikämpfe und kamen zu ersten guten Möglichkeiten. Das 1:0 fiel dann nach einem starken Ballgewinn von Benedikt Lukas tief in der gegnerischen Hälfte. Er reagierte sofort, legte quer auf Colin Feldmann und dieser blieb allein vor dem Tor eiskalt. (Da ist dieser Teufelskerl mit seinen angerissenen Bändern also tatsächlich schon wieder zurück.)
Auch danach blieb Pfanni dran und drückte den Gegner immer wieder tief in die eigene Hälfte. Das 2:0 war dann ein Treffer zum Geniessen. Andreas Meile gewann den Ball im Forechecking, dieser sprang direkt zu Jason Mülli. Rechts von der Halbposition zog er sofort aus der Drehung ab und massierte den Ball genüsslich unter die Latte.
Kurz vor der ersten Pause kamen die Hurricanes aber zurück ins Spiel. Sandro Zanoni erhielt in der Mitte zu viel Platz und konnte in Ruhe nach aussen legen. Dort stand Gian Andri Hefti völlig frei und musste den Ball nur noch einschieben. Statt mit einer beruhigenden Führung ging es also mit einem knappen 2:1 in die erste Pause.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beide Teams störten den Spielaufbau früh und versuchten, jeden Ballgewinn sofort in eine Torchance umzumünzen. Dann behauptete Nino Stiel den Ball in der eigenen Hälfte und sah sofort Colin Feldmann, der direkt weiter auf Benedikt Lukas spielte. Dieser hätte den Ball eigentlich nur noch ins leere Tor einschieben müssen… machte er aber nicht. Stattdessen hämmerte er das Ding kompromisslos ins Lattenkreuz zum 3:1.
Kurz darauf folgte der Doppelschlag. Robin Jan Bühler tankte sich über die rechte Seite durch, schickte den letzten Hurricanes-Verteidiger ins Leere und schob den Ball anschliessend wuchtig ins weite hohe Eck zum 4:1. Und Pfanni hatte noch nicht genug. Nur fünf Sekunden vor der zweiten Pausensirene folgte noch das 5:1. Die Gäste liessen den Ball vor dem letzten Angriff des Drittels ruhig durch die eigenen Reihen laufen, ehe Benedikt Lukas vorne lanciert wurde. Dieser behielt die Übersicht und fand Colin Feldmann auf der anderen Feldseite, welcher den Ball präzise zum 5:1 Pausenstand versenkte.
Direkt nach Beginn des Schlussdrittels legte Pfanni sogar noch nach. Nach einem Freistoss spielte Nino Stiel den Ball auf Michael Hunziker, der mit einem Weitschuss über das rechte Bein auf 6:1 erhöhte. Spätestens jetzt schien die Partie entschieden.
Doch die Hurricanes gaben sich noch lange nicht geschlagen. Nur wenig später lag der Ball plötzlich frei im Slot. Janis Kamm reagierte am schnellsten und hämmerte ihn per Beckenvolley zum 6:2 ins Tor. Und nur Sekunden später war der Vorsprung plötzlich noch kleiner. Pirmin Winterler setzte sich über die Seite durch und legte Steil auf Marco Schlittler, der zum 6:3 nur noch ins Tor einschieben musste. Der schnelle Doppelschlag zwang Pfanni zum Timeout. Danach wurde auf zwei Linien umgestellt. Doch die Hurricanes rochen nun endgültig Lunte. Pirmin Winterler wurde von Sandro Zanoni lanciert, zog nach innen und zirkelte den Ball herrlich ins rechte Lattenkreuz zum 6:4. (Tag der schönen Tore i guess???)
Pfanni stand nun oft einen Schritt zu weit weg und liess dem Gegner immer mehr Platz. Zwar musste Kai kurz vor Schluss nach einem Bodenspiel für zwei Minuten auf die Strafbank, diese Unterzahl wurde aber souverän überstanden.
Wenig später erwischte es dafür die Hurricanes. Elias Hösli musste wegen Sperrens zweieinhalb Minuten vor Schluss raus. Pfanni konnte also im Powerplay agieren. Doch nach dem nächsten Unterbruch nahmen die Hurricanes ihr Timeout und spielten von da an ohne Torhüter.
Nach einem Weitschuss warf sich Colin Feldmann mutig in den Ball und blockte ihn mit dem Kopf und auch er durfte noch auf der Strafbank Platz nehmen. Den daraus resultierenden Freistoss nur wenige Meter vor dem Tor nutzten die Hurricanes nochmals aus. Löffler legte quer auf Janis Kamm, der sich nicht zweimal bitten liess und zum 6:5 traf. Die letzte Minute war dann nichts für schwache Nerven. Überall flogen Bälle, Schläger und Körper dazwischen, Pfanni verteidigte mit allem, was es hatte. Irgendwie brachte man den Vorsprung über die Zeit.
Am Ende interessiert niemanden mehr, wie. Wichtig ist nur: Herren zwei gleicht die Serie aus. Nach dem 6:5-Auswärtssieg steht es in der Best-of-5-Serie nun 1:1.
Dieses Mal hat das Toreschiessen definitiv besser funktioniert. Jetzt gilt es nur noch, die Nerven bis zum Schluss im Griff zu behalten. Gleichzeitig ist klar, dass Pfanni im nächsten Spiel nochmals eine Steigerung brauchen wird. Die Hurricanes zeigten im Schlussdrittel eindrücklich, wie stark 2.-Liga-Unihockey sein kann. Mit viel Tempo, Druck und Qualität kämpften sie sich beinahe noch zurück ins Spiel und machten deutlich, dass in dieser Serie noch gar nichts entschieden ist.
Das dritte Spiel findet bereits morgen um 13:00 Uhr in der Kirchwies statt. Kommt vorbei, unterstützt Herren zwei lautstark und zeigt den Glarnern einmal mehr, was für eine Stimmung in Egg herrschen kann.