Auch das allesentscheidende Spiel Nummer 3 zwischen dem UHC Pfannenstiel und White Wings Schüpfen-Busswil hatte es in sich und war definitiv nichts für schwache Nerven – zwei Teams auf Augenhöhe, zwei lautstarke Fanlager, viel Intensität und 11 Tore, was will das Unihockey-Herz mehr. Letztendlich setzte sich Pfanni hauchdünn mit 6:5 durch, für das siegbringende Tor, war 113 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit Schüpbach mit einem satten Schuss verantwortlich. So kannte der Jubel nach Spielschluss keine Grenzen mehr und Pfanni darf nun in einer Woche gegen Team Aarau um den Aufstieg in die Stärkenklasse B spielen – es wäre diese ein Novum in der Pfanni-Geschichte.
Bilder sagen mehr als Worte.
Die Vorfreude auf dieses dritte Spiel war im Pfanni-Lager überall spürbar, aber auch die Nervosität war nicht wegzudiskutieren. Die Vorzeichen waren nicht gerade ideal, da mit Gian Andrea Murk der Headcoach krankheitsbedingt ausfiel (für ihn coachte Theo Frischknecht zusammen mit Colin Feldmann das Team) und mit Mael Winistörfer und Raphael Rechsteiner auch zwei Spieler aus privaten/schulischen Gründen Forfait erklären mussten. Trotzdem ging es gut gelaunt und mit vielen Fans im Gepäck Richtung Bieler Seeland.
Nach konzentrierter Vorbereitung konnte es dann pünktlich um 19:00 Uhr losgehen. Die Einheimischen machten dabei den wacheren Eindruck und konnten bereits in der 3. Minute die Führung bejubeln. Dardel kam hinter dem Pfanni-Tor an den Ball und fand mutterseelenalleine Schüpfen-Topscorer Tiefenbach im Slot, der dankend zum 1:0-Führungstreffer einschob. Pfanni war nun auch geweckt und es entwickelte sich wie schon in den vergangenen Partien ein abwechslungsreiches Spiel. In der 12. Minute musste dann Tiefenbach für ein Stockschlag auf die Strafbank. Die Möglichkeit für Pfanni in Überzahl auszugleichen. Das Powerplay lief gut. Zuerst verpasste Schüpbach von der linken Seite noch knapp den Torerfolg, wenig später wählte er statt dem Abschluss den Pass auf Nufer am weiten Pfosten, der zum 1:1 einschieben konnte. Keine Minute später konnte Pfanni das Spiel gar auf den Kopf stellen. Nach einem Prellball kam Straumann im hohen Slot an den Ball, fackelte nicht lange und bezwang Oppliger mit einem satten Abschluss zur erstmaligen Gästeführung. Die White Wings liessen sich durch diese Doppelschlag aber nicht aus dem Konzept bringen und zeigten sich in der Folge bemüht das Spiel wieder auszugleichen. Dies gelang dann Steffen 36 Sekunden vor dem ersten Pausenpfiff. Nach einer Vorlage von Tiefenbach traf er mit einem Schlenzer aus der Distanz an Freund und Feind vorbei zum 2:2-Ausgleich in die Maschen – sicherlich ein verdientes Pausenresultat. Die Zuschauer hatten erstmal die Möglichkeit durchzuschnaufen und die Spieler konnten wieder neue Energie tanken.
Der Start ins Mitteldrittel gestaltete sich ausgeglichen, wobei Pfanni wie so oft etwas die feinere Klinge führte. Von fein konnte dann aber in der 29. Minute bei Straumann keine Rede sein, als er für einen Stockschlag in die Kühlbox wanderte. Die White Wings brachten ihr Überzahlspiel aber nicht wie gewünscht zum Fliegen, im Gegenteil kurz vor Ablauf war es Pfanni-Spieler Willi, der seine Farben mit dem 3:2 erneut in Front bracht. Diese Führung konnte aber die Gemüter der Zürcher Oberländer nicht abkühlen – nicht anders ist es zu erklären, dass Bleiker für einen hart gepfiffenen Stockschlag 2+2-Minuten erhielt und Pfanni-Captain Keller für ein Reklamieren eine weitere Strafe. Die Pfanni-Boys kämpften aber äusserst solidarisch und clever und konnten die Chancen der Seeländer so auf ein Minimum reduzieren. Kam mal ein Schuss durch, war Torhüter Spörri stets zur Stelle. Kurz vor Ablauf der zweiten Strafe war es dann der starkaufspielende Nufer, der erneut in Unterzahl skoren konnte und seine Mannen mit 4:2 in Führung brachte. Ein äusserst wichtiges Tor für die Moral. Doch um die Moral des Gegners war es auch nicht schlecht bestellt, denn auch diesen Rückschlag nahmen sie hin und reagierten kurz vor der zweiten Pause mit dem 3:4-Asnchlusstreffer durch Dardel. So musste also das letzte Drittel die Entscheidung bringen.
Die Seeländer waren gewillt zurückzuschlagen und das Spiel wieder auszugleichen. Dies sollte dann in der 48. Minute durch einen präzisen Schuss von Arn auch gelingen. Das Spiel konnte also nach diesem 4:4 definitiv wieder neu beginnen. Die beiden Teams schenkten sich nichts und die Zuschauer konnten vor lauter Nervosität kaum mehr zusehen. In der 53. Minute wanderte dann Burri für das Heimteam auf die Strafbank. Die Jungs vom Fusse des Pfannenstiels liessen sich diese Möglichkeit nicht entgehen und konnten durch Nufer, nach feinem Zuspiel von Bär, erneut in Führung gehen. Somit hiess es sieben Minuten vor Schluss 5:4 für die Zürcher Gäste. Doch die Freude im Pfanni-Lager ob dieses Tores währte nur kurz. Gut zwei Zeigerumdrehungen später lag der Ball schon wieder im Gehäuse von Spörri. Land war nach 55:22 für den Ausgleich besorgt. Nun konnte jede Szene entscheidenden Charakter haben und das Spiel entschieden. So war es dann auch. 113 Sekunden vor Schluss schoss Schüpbach seine Farben in den siebten Himmel oder besser gesagt in die Aufstiegsspiele. Zwar versuchten die Einheimischen mit dem Time-Out und der Herausnahme des Torhüters nochmals alles, doch der Ausgleich wollte nicht mehr gelingen. So brach auf der Pfanni-Bank nach Abpfiff riesiger Jubel aus – die Jungs haben sich diesen Sieg mit unbändigem Willen mehr als nur verdient. Ein grosses Kompliment gehört aber auch den unterlegenen White Wings Schüpfen-Busswil – es war ein äusserst attraktive, spannende und faire Playoff-Serie, definitiv super Werbung für den Unihockeysport.
Die Pfanni-Jung liessen sich nun von den Fans noch richtig feiern, ehe es dann Richtung Car ging. Die Carfahrt war wohl eine, die allen noch lange in Erinnerung bleiben wird mit Zwischenstopp im McDonalds (auch 2 Cars mit Cheerleaders fuhren für die Feier extra ein 😊), einigen Runden um den Chreisel und vielen Storys. Es war einfach mal wieder ein Abend an dem ein Kapitel Pfanni-Geschichte geschrieben wurde. Ein nächstes Kapitel soll dann ab kommendem Ostermontag in den Aufstiegsspielen zur Stärkenklasse B gegen das Team Aarau geschrieben werden. Das Team weiss jetzt definitiv wie genial sich solche Spiele und Siege anfühlen, also beste Voraussetzungen für eine weitere Serie.