Die U21-Junioren von Gian Andrea Murk und Colin Feldmann reisten nach der erfolgreichen Qualifikation und dem Gruppensieg frohen Mutes im Nüssli-Car ins Berner Seeland ins beschauliche Schüpfen, wo sie auf den Gruppensieger der Gruppe 1, den UHC White Wings Schüpfen-Busswil trafen.
Die Beschaulichkeit hörte dann aber mit dem Anpfiff auf. Es entwickelte sich von Beginn an ein äusserst intensives, physisches und für die zahlreichen Zuschauer sehr kurzweiliges Spiel, in welchem sich Pfanni hauchdünn in der 5. Minute der Verlängerung mit 4:5 geschlagen geben musste und somit in der Serie mit 0:1 in Rückstand liegt.
Die Sporthalle in Schüpfen war beim Anpfiff gut gefüllt und beide Fanlager liessen sich nicht lumpen und sorgten für gute Stimmung und lautstarke Unterstützung. Der Start ins Spiel gelang den Einheimischen besser, zumal Pfanni zu Beginn doch grosse Mühe hatte mit dem sehr physischen Spiel der Seeländer. So war auch das 1:0 nicht unverdient. Voegelin eroberte in der eigenen Zonen den Ball, zog durch die Mitte und traf präzise flach in die linke Torecke zur 1:0-Heimführung. Die Reaktion von Pfanni folgte aber fast postwendend. Gut zwei Minuten später fand Bleiker nach einem Gegenstoss den freistehenden Schüpbach auf der linken Seite, der Oppliger mit seinem Abschluss in der nahen Torecke zum 1:1-Ausgleich erwischte. Die Freude über den Ausgleich währte aber nur kurz. In der 8. Minute fackelte erneut Voegelin nicht lange und traf noch kurz nach der Mittellinie an Freund, Feind und Torhüter Hostettler vorbei zur erneuten Führung der White Wings. Diese Führung wurde in der 14. Minute gar auf 3:1 ausgebaut. Dardel fand von hinter dem Pfanni-Tor den völlig freistehenden Topscorer Tiefenbach im Slot, der problemlos zum dritten Tor einschiessen konnten – hier stimmte die Zuteilung in der Pfanni-Defense definitiv nicht. Mit diesem Resultat ging es dann auch in den ersten Pausentee. Die Zürcher Oberländer mussten nun definitiv einen Gang höher schalten, nachdem die Anfangsnervosität abgelegt war und sich an das physische Spiel gewöhnt wurde.
Gesagt, getan – Pfanni zündete nun kurzzeitig ein Feuerwerk. Nach einer Druckphase zog Perucchini aus der Distanz ab, Oppliger konnte nur abprallen lassen und so war Reding zur Stelle um den Abstauber zum 2:3-Anschlusstreffer zu erzielen. Gespielt waren erst 35 Sekunden. Weitere 99 Sekunden später zappelte der Ball erneut im Netz der Einheimischen. Rickert fand von der linken Seite her Willi im Slot, der mit einer Finte gekonnt seinen Gegner aussteigen liess und auf der rechten Seite Chen fand, der eiskalt zum 3:3 einschoss. Die Stimmung der Gästefans war nun ohrenbetäubend. Nach diesen beiden schnellen Toren beruhigte sich das Spiel etwas, aber nur was die Tore betraf – ansonsten war es weiterhin intensiv und sehr abwechslungsreich, definitiv in allen belangen eine würdige Playoff-Affiche. Pfanni war nun im Gegensatz zum ersten Drittel das bessere Team und führte die feinere Klinge, doch die White Wings machten insbesondere vor dem Tor die Räume sehr eng, so dass gute Möglichkeiten Mangelware waren. Die Seeländer blieben aber auch im zweiten Drittel stets gefährlich mit ihren geradlinig und schnörkellos vorgetragenen Angriffen. Weitere Tore fielen keine mehr und auch eine Strafe gegen die Einheimischen blieb ungenutzt, so dass es nach 40 Minuten 3:3 unentschieden stand.
So startete das letzte Drittel mit viel Spannung. Beide Teams waren weiterhin auf Augenhöhe und versuchten die Entscheidung herbeizuführen, doch mangelnde Präzision im Abschluss oder die beiden Torhüter Hostettler und Oppliger verhinderten weitere Tore. Erst in der Schlussphase wurde es nochmals richtig hektisch. Zuerst musste der Berner Gilomen wegen eine Stockschlages auf die Strafbank, doch trotz guten Chancen wollten keine Tore mehr fallen und dann erwischte es Waespi wegen eine überharten Körpereinsatzes, doch auch das Heimteam konnte dies nicht ausnutzen und so musste die Verlängerung über den Sieger in Spiel 1 entscheiden.
Und es war in der 65. Minute der eben noch bestrafte Gilomen, der seine Farben in Jubelstürme ausbrechen liess. Der erste Abschluss aus dem hohen Slot konnte zwar von Schüpbach noch geblockt werden, doch der Nachschuss fand den Weg flach ins Pfanni-Tor. Auf der einen Seite ausufernder Jubel und auf der Gegenseite bittere Enttäuschung. Es war ein spannendes Spiel mit dem glücklicheren Ende für die Hausherren.
Nach der Best Player Ehrung wurde den beiden Teams auch noch der wohlverdiente Pokal für den Gruppensieg in der Qualifikation übergeben, wobei das in den Playoffs eher eine Randnotiz ist – dennoch aber ein Moment auf den beide Teams stolz sein dürfen.
Für Pfanni heisst es nun das Spiel rasch abzuhacken und positiv nach vorne auf das zweite Spiel am kommenden Sonntag, 22.03.2026 um 19:00 Uhr in der heimischen Kirchwies in Egg zu blicken. Die Lehren aus diesem ersten Duell sind sicherlich von Beginn an bereit zu sein, sich geistig auf das physische Spiel des Gegners einzustellen und trotz den technischen Fähigkeiten noch etwas einfacher und direkter zu spielen, dann sich die Chancen definitiv da, das Heimspiel erfolgreich zu gestalten. Spiel 1 hat nämlich auch gezeigt, dass die beiden Teams absolut auf Augenhöhe sind um somit ist das erklärte Ziel von Pfanni definitiv gemeinsam mit vielen Fans im Rücken ein drittes Spiel zu erwingen.