zurück

19.01.2026

Jahresstart missglückt

Jahresstart missglückt

Lieber Leser, liebe Leserin

Lass uns doch, bevor wir in den nächsten Matchbericht einsteigen, kurz innehalten und das letzte Jahr noch einmal Revue passieren lassen. Nimm dir einen Moment Zeit, denn 2025 war für unser Herren 2 nicht einfach nur ein gutes Jahr, sondern mit Abstand eines der speziellsten und erfolgreichsten Kapitel in unserer Teamgeschichte.

Doch beginnen wir beim Start: Als das Jahr 2025 begann, stand die Mannschaft von Patrick Schneiter in seiner ersten Saison als Coach plötzlich dort, wo man uns noch nie gesehen hatte. Nach acht Spielen belegte man Rang 2 nur drei Punkte hinter dem Leader. Wenn man bedenkt, dass das beste Resultat zuvor dreimal ein fünfter Rang gewesen war, war diese Ausgangslage umso bemerkenswerter.

Was dann folgte, war ein Jahr voller Highlights: ein starker Lauf zu Beginn, nebenbei der höchste Sieg der Herren-2-Geschichte beim 12:2 gegen die Wolves und im weiteren Verlauf nur eine Niederlage in dieser Saison. Gekrönt wurde das Ganze in der Finalissima in Hittnau, als Thomas Huber beim Stand von 2:2 in der Verlängerung das Golden Goal zum Meistertitel erzielte.

Als Erster durfte das Herren 2 danach erstmals die Aufstiegsspiele bestreiten. Gegen Alligator Malans Herren 2 (damals zum dritten Mal in Folge Playouts und momentan auf dem Weg zum vierten Mal in Serie) blieb der Aufstieg zwar aus, doch auch diese Serie war ein riesiges Erlebnis. 197 Fans in der Kirchwies bedeuteten Zuschauerrekord fürs Herren 2, dazu nochmals gut 175 im zweiten Heimspiel. Und auch auswärts war die Unterstützung so laut und zahlreich, dass es sich fast immer wie ein Heimspiel anfühlte.

Und obwohl der Aufstieg am Ende knapp verpasst wurde, gelang etwas extrem Wertvolles: Wir konnten den Kader zum grossen Teil zusammenhalten und gleichzeitig gezielt verstärken. Florian Perlmutter und Jason Mülli stiessen aus der U21 fix zum Team, nachdem sie bereits die Meistersaison mitgeprägt hatten. Dazu kamen Marvin Meister, Silvan Dubach und André Wisli ebenfalls aus dem Juniorenbereich. Mit Timo Schultze (Pause) und Nino Stiehl (Red Devils) wurde der Transfersommer komplettiert und so konnten wir als Titelverteidiger mit einem noch breiten Kader und hohen Zielen in die neue Saison starten.

Sportlich knüpften wir gleich wieder an die Vorsaison an: Der Auftakt in die neue Spielzeit war nahezu perfekt mit 14 Punkten aus fünf Spielen, ehe man sich erstmals geschlagen geben musste. Die Bittere Heimniederlage gegen UBN was gleichzeitig unsere zweite und letzte Niederlage des Jahres 2025 (Playoffs ausgeschlossen). Doch auch darauf fand das Team die richtige Antwort und konnte das Jahr schliesslich mit zwei Siegen zum Jahresabschluss beenden.

Am Ende bleibt vor allem eines: ein grosses Dankeschön. An alle, die Teil dieser Geschichte waren. Ob Spieler, Funktionäre, Helferinnen und Helfer, Fans und alle, die uns über das ganze Jahr begleitet haben. Ihr habt mit eurem Einsatz, eurer Zeit und eurer Unterstützung mitgeholfen, dass in diesem Jahr Erinnerungen geschaffen wurden, die für immer bleiben.

Doch jetzt zurück in die Gegenwart.

Der Start in den Sonntag hätte für das Herren 2 kaum ungünstiger laufen können. Bereits am Morgen wurde das Team von ersten Nachrichten erschüttert: Nino Stiehl fiel krankheitsbedingt kurzfristig aus. Und als wäre das nicht schon genug, folgte in der heimischen Kirchwies beim Aufwärmen der zweite Schock: Florian Perlmutter verknackste sich übel den Fuss, musste lange behandelt werden und verpasste schlussendlich die ersten beiden Drittel.

Als das Spiel angepfiffen wurde, war rasch zu spüren, dass die Lions Meilen bemüht waren, ihre schwache Form im Jahr 2025 zu lassen und mit frischem Wind ins neue Jahr zu starten. Meilen übernahm früh die Initiative, brachte viele Abschlüsse Richtung Tor und setzte dabei konsequent auf Schüsse aus der zweiten Reihe, in der Hoffnung, dass ein Ball durchrutscht oder irgendwo abgelenkt wird. Pfannenstiel verteidigte diese Phase jedoch aufmerksam und konsequent: Viele Bälle wurden geblockt, die restlichen Abschlüsse entschärft, und so blieb es trotz optischem Druck lange ruhig auf der Anzeigetafel.

Offensiv kam von Pfannenstiel im ersten Drittel schlicht zu wenig. Bereits im Aufbau fanden die Pässe zu selten den Mitspieler, und sobald man sich einmal nach vorne kombinierte, agierte man zu ungeduldig, verlor den Ball zu schnell und brachte kaum zwingende Abschlüsse zustande. Die wenigen Schüsse, die ihren Weg Richtung Tor fanden, wurden ebenfalls durch gute Blockarbeit der Lions abgefangen. So musste Meilens Schlussmann Gabriele Londero im Startdrittel kaum ernsthaft eingreifen, weil Pfannenstiel offensiv zu selten gefährlich wurde.

Auch das zweite Drittel endete ohne Tore, obwohl es hier zumindest einzelne Szenen gab, die das Spiel kurz aufbrechen liessen. Nach einem überharten Körpereinsatz musste Jari Hofer auf die Strafbank, doch selbst in dieser Überzahlsituation blieb Pfannenstiel offensiv zu harmlos. Die grösste Möglichkeit gehörte in Unterzahl sogar den Lions: Nach einer Unstimmigkeit in der Pfanni-Staffelung kam Tobias Rüegg plötzlich zu einer grossen Chance alleine vor Emi, setzte seinen Abschluss aber am Tor vorbei. Das Powerplay blieb ungenutzt, und insgesamt änderte sich am Spielbild wenig: Meilen versuchte es weiter mit Distanzschüssen, Pfannenstiel hielt kämpferisch dagegen und verteidigte weiterhin sehr konsequent. Das Spiel blieb jedoch arm an klaren Torchancen.

Zu Beginn des dritten Drittels konnte Florian Perlmutter dann wieder mittun, nach intensiver Behandlung und mehr Tape als Fuss. Am Spielverlauf änderte das zunächst wenig. Weiter wurde viel geblockt, vieles blieb Stückwerk, und lange deutete alles darauf hin, dass ein einziger Treffer diese Partie entscheiden könnte.

In der 55. Minute folgte eine der entscheidenden Szenen: Colin Feldmann zog im 1-gegen-1 Richtung Tor und wurde nur noch mit einem entscheidenden Bodenspiel gestoppt. Zwei Minuten Strafe für Meilen. Positiv aus Pfanni-Sicht: Endlich war man in dieser Überzahlphase einmal klar die spielbestimmende Mannschaft. Doch auch dieses Powerplay blieb zunächst ohne zählbaren Erfolg.

Kurz nach Ablauf der Strafe fiel dann aber doch das 1:0 für Pfannenstiel und es war ein Treffer aus der Kategorie „Lehrbuch“. Kevin Schmocker setzte zu einem Rush an, arbeitete sich bis in die Ecke durch und fand neben dem Tor Feldmann, der am Pfosten lauerte. Dieser legte den Ball herrlich blind weiter in die Mitte, wo Florian Perlmutter goldrichtig stand und zum 1:0 einschob.

Die Freude hielt allerdings nicht lange. Meilen reagierte postwendend und nur rund eine Minute später fiel der Ausgleich. Wieder war es ein schneller Vorstoss, wieder kam ein Lions-Spieler zu freiem Abschluss, und Gabriel Huder erwischte Pfanni Schlussmann Emmenegger unter der Achsel; der Ball kullerte knapp über die Linie zum 1:1. So ging es nach einem insgesamt ausgeglichenen Spiel in die Verlängerung.

In der Overtime war dann deutlich zu spüren, dass beide Teams weniger Risiko eingehen wollten. Auch hier blieb ein weiteres Pfannenstiel-Powerplay ungenutzt, nachdem Jari Hofer zum zweiten Mal auf die Strafbank musste (ich glaube, er mag unsere Liegestühle). Auf beiden Seiten gab es Halbchancen, dazu einige starke Aktionen der Torhüter, doch ein Golden Goal wollte nicht fallen. Unter anderem scheiterte Jason Mülli nach Zuspiel von Robin Bühler mit einem gefährlichen Abschluss an Londero.

Im Penaltyschiessen hatte Meilen am Ende das glücklichere Händchen. Pfannenstiel konnte zwar einmal in Form von Perli ausgleichen, doch die Lions behielten insgesamt die Nerven und setzten nach zwei sehenswerten Penaltytreffer von Wild und Huder mit 2:1 durch.

Unterm Strich kann man sagen: Die Punkte sind in diesem Sinne fair verteilt. Es war definitiv nicht der Start, den sich Pfannenstiel ins neue Jahr gewünscht hatte, aber die Niederlage ist am Ende auch verdient. Offensiv kam zu wenig, die Kreativität fehlte zu oft, und der Weg Richtung Tor wurde insgesamt zu selten konsequent gesucht. Umso klarer ist aber auch, dass man gewillt ist, nun eine Reaktion zu zeigen.

Die Tabellensituation nach 9 Spieltagen: Im Spitzenduel des Tages gewann Bassersdorf die Partie gegen die Glatttal Falcons. Dadurch setzt sich UBN mit 20 Punkten zwischen uns (21 Punkte) und die Falcons (19 Punkte). Es bleibt also spannend. Für das Herren 2 gilt es deshalb, über die Bücher zu gehen, die Partie sauber zu analysieren und die richtigen Schlüsse zu ziehen, um in zwei Wochen wieder zum Siegen zurückzufinden. Weiter geht es am Samstag, 31. Januar, um 16.45 Uhr gegen Zürichsee Unihockey, in der Dürrbach in Wangen.

Top