Am vergangenen Sonntag feierte die Schweiz ihren Weltmeistertitel und machte das ganze Land stolz. Dabei ging jedoch beinahe der eigentliche Knüller unter: Am letzten Spieltag der Hinrunde der 3. Liga Grossfeld empfingen die Parkettherren von Innebandy unser Herren 2 in der Fronwald in Affoltern. Eine Affiche, die stets viele Emotionen und noch mehr Sticheleien verspricht. In der letzten Saison konnte Pfanni Innebandy gleich zweimal in die Knie zwingen, und nach der jüngsten Niederlage gegen UBN war das Team gewillt, zurück auf die Siegerstrasse zu finden.
Von diesem Siegeswillen war zu Beginn allerdings noch wenig zu sehen. Pfanni lief zunächst meist dem Ball hinterher, und Marco Ammann durfte sich im Tor der Pfannenstieler gleich mehrfach auszeichnen. Innebandy agierte mit sehr hohem Pressing, was vor allem in der Mittelzone viel Raum offenliess. So kam Jason Mülli zur ersten grossen Möglichkeit, nachdem Stiehls Ball von Perli direkt in die Mitte weitergeleitet wurde. Doch auch Meier im Innebandy-Tor konnte sich auszeichnen und blieb Sieger. Die Strategie schien dennoch Wirkung zu zeigen, denn kurz darauf hatte auch Curty eine gute Chance, nachdem der Ball erneut über mehrere Stationen zu ihm gelangte. Er traf den Ball jedoch nicht richtig. Kurz vor Drittelsende musste Schultze wegen eines Handspiels (oder war es doch die Schulter?) in die Kühlbox. Die Unterzahl wurde jedoch mit Bravour überstanden, und so ging es nach einem torlosen ersten Drittel in die Pause.
Nach dem Wachrütteln zeigte das Zwei eine klare Reaktion und startete ins Mitteldrittel wie die Feuerwehr. In der 23. Minute war es Perlmutter, der den Abpraller nach Stiehls Schuss zur Führung verwerten konnte. Die Antwort von Innebandy liess jedoch nicht lange auf sich warten: Nur 25 Sekunden später glich Luca Billeter aus. Er hatte auf der Aussenseite zu viel Platz, zog mühelos in die Mitte und versenkte den Ball humorlos unter der Latte. Mit dem Ausgleich nahm das Mitteldrittel richtig Fahrt auf. Beide Teams verzeichneten zahlreiche Abschlüsse, zwingende Chancen blieben jedoch aus. Erst in der 40. Minute konnte Emmenegger die erneute Führung erzielen. Nach einem Pass hinter dem Innebandy-Tor fand der jüngere Schmocker Aurelian Emmenegger in der Mitte, der den Ball frech per Backhand ins kurze Eck einschob. Diesmal liess Pfanni keine Reaktion zu und erhöhte nur 20 Sekunden später auf 3:1. Mülli fing einen Schuss von Stiehl ab und versenkte den Ball ebenfalls mit der Backhand ins rechte untere Eck. So konnte die letzte Drittelpause mit einer Zwei-Tore-Führung genossen werden. In der Kabine folgte eine kurze Motivationsrede mit einer Prise «Bitte bleibt wach und verspielt diese Führung nicht». Ein kurzer Blick auf die IFF-App durfte ebenfalls nicht fehlen. Die Schweiz stand mit einer knappen Führung kurz vor dem Weltmeistertitel.
Im Schlussdrittel wollte Innebandy die Zwei-Tore-Hypothek wettmachen und war zunächst die spielbestimmende Mannschaft. Viele Schüsse aus der zweiten Reihe sowie ein oder gar zwei Spieler vor dem Pfanni-Tor sollten für Gefahr sorgen, doch die Abschlüsse wurden geblockt oder von Ammann souverän pariert. In der 44. Minute luchste Colin Feldmann dem letzten Innebandy-Spieler den Ball ab und lief alleine auf das Tor zu Eine Chance, die er sich nicht entgehen liess. Das 4:1 brachte spürbare Erleichterung. Kurz darauf nahm Innebandy ein Timeout und konnte in der 53. Minute auf 4:2 verkürzen. Nach einem Pfostenschuss war Stocker der Schnellste am Abpraller und liess die Fronwald nochmals hoffen.
Vier Minuten vor Schluss agierte Innebandy ohne Torhüter, stand jedoch plötzlich zu siebt auf dem Feld. Pfanni durfte sich so ebenfalls im Powerplay versuchen. Der Ball lief gut durch die Reihen, Mülli zog ab, und Perlmutter verwertete den Abpraller zur erneuten Drei-Tore-Führung. Doch auch das Innebandy-Matchsekretariat durfte in diesem Moment jubeln, denn zeitgleich ertönte in Ostrava die Sirene und die Schweiz krönte sich zur Weltmeisterin. In der Fronwald war jedoch noch nicht Schluss und 30 Sekunden vor dem Ende musste Innebandy nochmals in Unterzahl antreten. Grund dafür war: Die 16 (Ach Jason) vom Pfanni fällt theatralisch zu Boden und ergattert den 2er. (Zitat Matchsekretariat) keine 15 Sekunden konnte sich auch Robin Bühler feiern lassen und traf auf Pass von Emmenegger zum 6:2-Endstand.
So konnte das Zwei die Hinrunde mit einem wichtigen Sieg beenden. Ausruhen ist jedoch nicht angesagt, denn bereits am kommenden Samstag startet die Rückrunde. Am Samstag, 20. Dezember, geht es um 14:30 Uhr in der Alten Allmend in Meilen gegen das Herren 2 von Rychenberg.